Enzian präsentiert : Der Teufel in der Holzkugel
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Zum 50. Todestag des Tögingers Leonhard Mairock bringt die Theatergruppe „Enzian“ das von ihm geschriebene Stück "Der Teufel in der Holzkugel" zur Aufführung.

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Inhalt des Stückes:

Der Hof und die verwitwete Bäuerin bräuchten wieder einen Bauern. Der eingeheiratete Harthofer aber war einer, der seine Stellung ausnutzte. Die Leute auf dem Hof waren nur zur Arbeit gut und die Stimmung dementsprechend.

Keiner mochte den starrköpfigen und grantigen Bauern. Die Schikanen bekamen alle zu spüren, von der Bäuerin und dem Altbauern bis zur Dienstmagd Gretl , der Stallmagd Zenzi und dem Sohn Gustl.

Außen vor war nur der junge Bursch Heini, der sich durch seine Schlauheit von allen Parteien ein Taschengeld verdiente. Die miese Stimmung in der Bauernstube änderte sich, als eines Tages der Taglöhner Blasi auf den Hof kam.

Er durchschaute die Lage gleich und versuchte als weitgereister und schlauer Tagwerker die Dinge wieder zu richten. Schnell hatte er die Anerkennung der Hofbewohner und die eigentlich nicht gewollte Zuneigung der Stallmagd Zenzi.

Von seiner aus Indien mitgebrachten Holzkugel hatte selbst der Bauer Respekt. Außer seinem herrischen Auftreten drückte ihn noch so einiges aus der Vergangenheit, wovon nur Lenz, der Landstreicher wusste. Der wiederum nutzte seine Stellung aus und erpresste den Bauern fast um Haus und Hof.

So in die Enge getrieben wollte der Harthofer die geheimnisvolle Zauberkugel haben. "Da is da Teifi drin" bläute ihm der Taglöhner Blasi ein. Von Angst gepeinigt wandte er sich auf Anraten des Altbauern doch wieder mehr dem Herrgott zu, sah seine Schuld ein und wollte damit sein Gewissen reinigen.

Der Teufel in der Holzkugel-3

„Der Teufel in der Holzkugel“ von Leonhard Mairock

Spieler:

Walter Moritz
als Harthofer (Bauer)

Hildegard Anzenberger
als Harthoferin (Bäuerin)

Tobias Wimmer
als Gustl (deren Sohn)

Horst Bleicher
als Altbauer (im Austrag)

Sandra Schmid
als Gretl (Dienstmagd)

Andrea Fürthner
als Zenzi (Dienstmagd)

Matthias Mairock
als Blasi (Taglöhner)

Harald Fürthner
als Lenz (Landstreicher)

Mathias Moritz
als Heini (junger Bursche)

Anja Schober
als Souffleuse

Klaus Mitterer
Regie

Leonhard Mairock - Schuhmacher und Poet

.... so war es in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts oft in der heimischen Presse zu lesen. Der in der ganzen Region und drüber hinaus als Heimatdichter bekannte Schuhmachermeister erfuhr hier die Blütezeit seines überaus vielfältigen aber leider nur kurzen Schaffens.

Am 10. November 1911 in Sontheim (Allgäu) geboren, erlernte er den Beruf des Schuhmachers, 1936 ehelichet er seine Frau Rosina, aus dieser Verbindung entstammen vier Kinder.

1939 übersiedelte die Familie nach Töging, wo Mairock zunächst bei der VAW als Ofenwerker eintrat.

Den Krieg erlebte er von 1941 bis 1945 als Soldat, zuletzt in Italien, wo er 1945 schwer verwundet wurde. Aus der Gefangenschaft im Herst 1945 heimgekehrt, noch immer gesundheitlich angeschlagen, eröffnete er in Töging eine Schuhmacherei mit damals bis zu sechs Gesellen – es wurden ja zu jener Zeit noch Schuhe von Hand gefertigt.

Am wieder auflebenden Vereinsgeschehen nahm Leonhard Mairock regen, aktiven Anteil, seine besondere Liebe galt aber der Trachtensache. So wurde er 1947 als erster Vorsitzender des Trachtenvereins gewählt und hat sich durch sein großes Engagement viele Verdienste erworben.

In seiner Amtszeit wurde unter anderem das Nikolausgehen eingeführt und die Theaterspielgruppe gegründet – Einrichtungen, welche sich heute noch großer Beliebtheit erfreuen und das gesellschaftliche Leben in Töging nachhaltig positiv beeinflussen.

War er bereits als Darsteller in der Theatergruppe sehr erfolgreich, so begann seine große Karriere als Theaterschreiber 1951 mit seinem ersten selbst verfassten Volksstück „Der Dukatentoni“. Bei der Uraufführung dieses Stückes durch die Spielgruppe des Trachtenvereins „Enzian“ Töging im Toerringhof übernahm der Autor selbst als Darsteller eine tragende Hauptrolle.

Angespornt durch den großen Erfolg entstand bereits ein halbes Jahr später das Theaterstück „Das Bild der Mutter“. In kurzen Zeitabständen folgten dann noch sechs Dreiakter und zwar: „D’Lumpenalm“, „Der Hallodrieschuster“, „’s Zigeunermadl“, „Kreuzweg des Lebens“, „Der Teufel in der Holzkugel“ und „So eine Viecherei“. Alle Stücke wurden von der Spielgruppe Enzian mit großem Erfolg uraufgeführt.

Am Hl. Abend 1959 erlag er einem schweren Leiden und es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, dass der Tod gerade an jenem Fest, das ihn immer so sehr bewegte, im 48. Lebensjahr auf der Höhe seines Schaffens seinem Leben ein Ende setzte.

Sein sprichwörtlicher Humor, seine Volkstümlichkeit, seine blühende Phantasie und seine Schaffenskraft haben bis heute – 50 Jahre danach – Spuren hinterlassen.

06.02.2012 19:27


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